LANDUNTER in schwarz-weiß

Möge das neue Jahr 2016 für uns alle ein Gutes werden!

Hoffe, dass ich in diesem Jahr deutlich mehr Zeit finden werde, um Euch vor allem die einzigartige Welt der Halligen fotografisch näher bringen zu dürfen.

Beginnen möchte ich mit einigen Schwarz-Weiß-Fotos eines Hallig-Landunters.
Manche Motive kommen in schwarz-weiß noch ausdrucksstärker zur Geltung. Das trifft meiner Meinung nach auch auf Landunter-Bilder zu, sie wirken dann oft noch dramatischer.

…beeindruckende Wolkenformationen am Tag vorm Landunter:2015-11-28_246700

Abgesehen von sehr schweren Sturmfluten, ist in der Regel ein Landunter auf der Hallig allerdings nicht wirklich dramatisch oder gefährlich, sondern einfach nur faszinierend, sehr beeindruckend und ein einzigartiges Erlebnis. Die Vögel bereiten sich bereits Stunden vorm Eintreffen der Flut darauf vor, sie suchen sich sichere Rastplätze oder ziehen in Schwärmen zum Festland. Einwohner und Gäste räumen Gegenstände beiseite, die fortgeweht oder weggeschwemmt werden könnten, gegebenenfalls werden noch Sicherungen an den Häusern vorgenommen.

… die Schleuse und die Halligkante wird überflutet – Landunter beginnt:2015-11-29_257000

Häufig treffen sich Einwohner und Gäste der jeweiligen Warft dann zur gemütlichen Klönrunde oder jeder geniest für sich die einzigartige Stille (außer Windgeräusche) und findet endlich Zeit für Dinge, Tätigkeiten oder Gedanken für die sonst keine Zeit gefunden wurden.

… die Halligstraße (zwischen den Zaunreihen) wird nun zum Meeresgrund:2015-11-30_066100

… die Tamenswarf (mit nur einem Wohnhaus), vom Meer umschlungen:2015-11-30_260200

In der Regel zieht sich das Meer dann nach 6 Stunden wieder zurück, das Land taucht wieder auf, die blitzblank geflutete Halligstraße ist meistens nach 18 Stunden überall wieder befahrbar. Das normale Leben ist zurück.

In den vergangenen Tagen hat nun der zeitweise kräftige Wind von West auf Ost gedreht. Das bedeutet im Umkehrschluss extremes Niedrigwasser, sodass die Hallig-Fähre öfters Probleme hatte, genügend Wasser unterm Kiel zu bekommen.

Zum Wattwandern ist diese, gegenüber den Weststürmen, komplett gegensätzliche Wetterlage allerdings perfekt, denn der begehbare Meeresgrund erweitert sich nun um viele Quadratkilometer:

…bei einer Wattwanderung Blick zurück zur Hallig:070400

… im Watt, links: Hallig Langeneß, rechts: Insel Föhr:132100

 

alle Schwarz-Weiß-Bilder hier auf Halligbilder.de (schwarz-weiß)

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23 Gedanken zu “LANDUNTER in schwarz-weiß

  1. Faszinierend, wie sich durch das Kommen und Gehen des Meeres generell schon alles wandelt. Doch dieses „Land unter“ gefolgt von einem extremen Niedrigwasser (komprimiert hier durch deine exzellenten Fotos), das ist ein wirklich unglaublicher Anblick. Wunderschön und – wie puzzleblume gerade schrieb – überwältigend!

    Ich freue mich immer, wenn wieder ein Post von dir mit Aufnahmen dieser speziellen Gegend und den besonderen Umständen auftaucht. Meer, Halligen, Himmel, Licht, Wolken etc. fängst du traumhaft ein!

    Liebe Grüße und ein frohes und gesundes Neues Jahr!
    Michèle

  2. Hallo Helmut,
    herrliche Bilder der Begegnungen des Meeres mit dem Land. Gerne würde ich im Winter ein Landunter erleben. Durch deine Bilder kann ich es mir ein wenig vorstellen.
    Ein gutes neues Jahr!
    Uta

  3. Wunderbare Bilder, gerade in s/w! Die Tamenswarf fasziniert mich besonders, wobei ich da nicht leben möchte, so dicht vom Wasser umkreist zu werden, würde mir Unbehagen bereiten und zu einsam wäre es mir auch :-).
    Einen guten Start ins neue Jahr!
    LG, Conny

    1. Danke Conny,
      es stimmt schon, bei Landunter ist es dort sehr einsam, ist aber nach einigen Stunden ja meistens auch wieder vorbei.
      Dir die besten Wünsche für 2016!

  4. Auf einer Hallig zu leben ist etwas völlig anderes anderes als in Rheinnähe umgeben von Weinbergen. Auch wenn ich nicht auf Dauer tauschen möchte, so fasziniert mich eine Hallig wie Langeness doch immer wieder, denn wenn man die immer wieder wechselnden Schauspiele von Meer und Himmel zu schätzen und im Bild festzuhalten weiß, wird es bestimmt nicht eintönig. Danke für die immer wieder tollen Bilder vom Land im Meer.

    Ich wünsche Dir und allen Halligbewohnern ein frohes neues Jahr.
    LG aus Rheinhessen, Georg

    1. Hallo Georg, Danke für Deinen Kommentar.
      Ein herzliches „moin, moin“ ins schöne Rheinhessen. Sicher auch im Namen aller Halligbewohner, die Du bei Deiner Hallig-Reise kennengelernt hast.

  5. Deine Eindrück vom Land unter sind wieder umwerfend. Ich bin mir nicht sicher, ob ich so ein Land unter gerne mal erleben möchte, wir waren, als wir auf Langeneß waren, ganz froh, dass es zu der Zeit nicht passiert ist.

    Ich bin ja nicht so sehr der Freund der s/w Fotografie, was vermutlich daran liegt, dass es 1961, als ich meinen ersten Fotoapparat bekam, noch keine Farbfilme gab (jedenfalls wurden die hier noch nicht angeboten).
    So habe ich zwangsläufig die ersten Jahre nur s/w fotografiert, und habe mich riesig gefreut, als ich mir endlich einen Farbfilm leisten konnte.

    Jedenfalls könnte ich mir vorstellen, dass Deine eindrucksvollen Fotos auch in farbig sehr gut wirken würden.

    Für 2016 wünsche ich Dir alles Gute, ein wenig mehr Zeit für Dich und das Private und somit auch für uns 😉

    Bleib gesund, viele Grüße aus Deiner alten Heimat

    Agnes

    1. Hallo Agnes,
      wenn Du ein normales Landunter einmal erlebt hast, ist der Schrecken vorbei, dann ist es einfach unbeschreiblich und wunderbar.
      Dir ein gutes und schönes Jahr 2016!
      Helmut

  6. Fantastisch, Deine Bilder! Und wie Du auch selbst schreibst, als SW-Aufnahmen wirkt alles noch wesentlich beeindruckender. Schön auch Deine Beschreibung zum Leben von Mensch und Tier während solcher Extremsituationen.
    Liebe Grüße von der Silberdistel, die auch Dir ein gesundes, erlebnisreiches und in jeder Hinsicht erfolgreiches 2016 wünscht

    1. Die Halligen sind Inseln in der Nordsee, sie unterscheiden sich jedoch von normalen Inseln dadurch, dass sie ursprünglich nicht bereits Landmasse im Meer waren, sondern im Laufe der Jahrhunderte aus dem Meer gewachsen sind (bei jeder Überflutung lagert sich Schlick ab und erhöht damit das Land), auch haben diese Eilande keine Deiche zum Schutz vor Überflutungen. Deshalb werden sie auch nicht Inseln sondern Halligen genannt (die Halligbewohner legen darauf großen Wert). Es gibt weltweit nur noch 9 Halligen, alle liegen in der deutschen Nordsee in Schleswig-Holstein.
      Das Halligland liegt nur 1 Meter über dem normalen Hochwasser der Nordsee, somit wird das Land bei Stürmen häufig überflutet und wird dann zum Meeresgrund. Die Häuser stehen deshalb auf ca. 5 Meter hohen Hügeln, die sogenannten Warften. Wenn also der Meeresspiegel mehr als 1 Meter höher aufläuft als normaler Weise (meist bei starkem Sturm aus West), wird das Halligland komplett überflutet, nur die Warften mit ihren Häusern ragen dann noch aus dem Meer, das nennt man dann „Landunter“. Dies geschieht auf der Hallig Langeneß bis zu 20 mal im Jahr.

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